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Eskorte für die Laufkollegen

Dienstag, Mai 15, 2007 in Charity Zur Begleitung des 2. Saarbrücker Marathons hatten sich am Sonntag 7 Fahrer von Bike Aid getroffen
Ziel dieser Übung ist es den jeweils Führenden der einzelnen Kategorien während des Laufes zu begleiten und den Weg bestmöglich freizuhalten. (Bericht von Wotec)

Aufgrund des Rundkurses, der vier Mal durchlaufen werden muß, wird es für die Zuschauer besser erkennbar wer gerade in Führung liegt.

Außer Waldi und Lutti (die mit dem Passierschein) sind alle mit den Rad angereist. Michael ist bereits um 6:15 in Fürweiler gestartet und hat die 50km zum Warmfahren genutzt.

Um 8.15 treffen wir uns auf dem Parkplatz hinter dem Finanzamt um die entsprechenden Läufer jedem zuzuordnen.

Walter, Lutti, und Christian übernehmen den Halb –und den Ultramarathon. David, Michael,Markus und ich übernehmen die Marathonläufer.

Mit den entsprechenden Schildern an den Bikes und Trillerpfeifen geht es zur Startaufstellung. Um Punkt 9:00 erfolgt der Startschuß auf dem Saarradweg unterhalb des Staatstheathers für den 2.Saarbrücken Marathon.

In hohem Tempo geht es Richtung Westspange unter der Berliner Promenade durch. In Höhe der Kongresshalle hat sich das Feld bereits sortiert, und jeder kann so langsam seinen Laufpartner/ in übernehmen.

An meiner Seite läuft Rainer Hauch, der Vorjahressieger im Marathon.
Rainer trainiert 150-180km pro Woche. David überimmt zu diesem Zeitpunkt den führenden Thomas Dehaut.

Das Tempo ist verdammt hoch, was uns auf unseren Bikes eigentlich nur durch einen Blick auf die Tachos deutlich wird. In dieser Phase wird bereits ein Schnitt zwischen 17 und 18km/h gelaufen. Nachdem wir die Westspange passiert haben hat Thomas Dehaut bereits einen Vorsprung von 1:30min herausgelaufen und Rainer meint nur kurz „Ich werde mein Tempo weiterlaufen und mich nicht verrückt machen lassen.“

Die Begeisterung der Zuschauer treibt die Läufer stark nach vorne.
Wir sind sehr gut unterwegs und die Zuversicht und Zielstrebigkeit in Rainer´s Gesicht verrät bereits, dass er für heute einen genauen Plan hat, wie er das Ding gewinnen will. Sein Puls liegt bei diesem Tempo zwischen 130 und 140. Einfach unglaublich mit welcher Leichtigkeit er über die Strecke fliegt.

Den zu diesem Zeitpunkt führenden Thomas Dehaut haben wir aufgrund der Streckenführung des öfteren Frontal gegenüber und nach etwa 16 km am Wendepunkt hinter dem Heizkraftwerk sieht man im Gesicht von Thomas bereits die ersten Spuren des hohen Tempos, das er auf den ersten Kilometern hingelegt hat. Rainer bemerkt nur trocken,“ wenn er das Tempo bis zum Schluß laufen kann hat er verdient gewonnen,aber abgerechnet wird in der 4.Runde. Rainer nimmt keine Becher von den Verpflegungsständen, sondern genehmigt sich nur ab und zu einen Schluck Wasser aus meiner Trinkflasche ein wenig Gel aus dem Hüftgurt.

Der Rückstand zum Führenden liegt jetzt bei etwa 1:15 min und wir bleiben in Sichtweite. In dieser Phase des Rennens gibt es für uns Begleitfahrer die meiste Arbeit. Wir müssen die Führenden durch die Läufermenge lotsen.

Insbesondere die Läufer die sich mit Musik über diese Distanz puschen behindern teilweise die Strecke und erschrecken dann, wenn man mit der Trillerpfeife neben Ihnen auftaucht. Nach etwa 28 km liegt Thomas nur noch ca.200m vor uns und Rainer bemerkt.

„Den lege ich mir jetzt schön auf und dann ziehe ich an Ihm vorbei“.

Wir passieren den St.Johanner Markt und den Zielbereich zum dritten Mal und die Stimmung entlang der Strecke ist einfach phantastisch. Jetzt verstehe ich was der Rainer mit auflegen gemeint hat. Er treibt Thomas fast 2km vor sich her ohne zu überholen um dann,bei der letzten Passage der Kongresshalle seinen Plan zu durchzuziehen.

Rainer legt noch eine Schippe drauf und fliegt in einem Wahnsinnstempo an Thomas vorbei. Allen ist klar, daß der Marathon in diesem Moment entschieden ist und David übernimmt Rainer.

Ich übernehme Thomas und versuche Ihn aufzumuntern, aber seine Stimmung ist in diesem Moment ziemlich im Eimer. Er bringt fast kein Wort mehr raus.

Am letzten Wendepunkt hinter dem Kraftwerk erblicke ich in Rainer´s Gesicht die Zuversicht eines Siegers. Zu diesem Zeitpunkt hat er etwa 2min Vorsprung und der Sieg ist ihm nicht mehr zu nehmen.

Thomas läuft das Rennen unter den Jubelstürmen der Zuschauer mit einem Rückstand von 1:47 min zu Ende und wird Zweiter.

Wenn man die Leistungen dieser Läufer so hautnah miterleben darf,wird einem erst richtig klar wo der Reiz des Marathonlaufens liegt. Hier kommt es nur auf die eigene Leistungs-und Leidensfähigkeit an.

Technische Probleme gibt es im Gegensatz zu unserem Sport eigentlich keine. Schuhe anziehen und losrennen, das ist schon alles.

Kurz nach dem Zieleinlauf kommt Rainer Hauch mit der Siegerzeit von 2:39h noch mal zu uns um sich nochmals bei uns zu bedanken.
„BIKE-AID hat wie bereits im vergangenen Jahr hervorragende Aufsteller geliefert und es macht jedes Jahr mehr Spaß von den BIKE-AID Fahrern durch das Feld geführt zu werden.“

Michael begleitet Margret, die nach 32 km wegen Krämpfen ausscheiden muß. Die Suche nach der jetzt 2.Frau im Marathon gestaltete sich mehr als schwierig, weil mittlerweile jede Menge Mädels überrundet waren.

Da hat er mindestens 2 Frauen glücklich gemacht, weil er ihnen den zweiten Platz angeboten hat. Mit Hilfe eines Verantwortllichen hat er dann doch noch die einzig wahre zweite Sabine Busch gefunden und bis ins Ziel mit einer Zeit von 3:12h, begleitet.

Christian übernimmt bereits an der Congresshalle den späteren Sieger des Halbmarathon Christian Alt. Waldi und Lutti sind noch nicht ausgelastet und begleiten nach Ihrem Halbmarathon noch den Schülermarathon.

Hört sich einfach an war aber wohl die schwerste Aufgabe des Tages, denn über 300 Kinder, die angefeuert von Ihren ehrgeizigen Eltern, eine Rundstrecke durchlaufen sind gar nicht so leicht zu dirigieren.

Markus hatte die Aufgabe die Siegerin des Marathons der Damen Tanja Hooß mit einer Zeit von 3:08h bis ins Ziel zu führen.

Zum Abschluß gab´s für alle noch eine obligatorische Roooschtwursscht und ein alkoholfreies Weizen .

Auf dem Rückweg ging es dann endlich wieder zu Sache und der BIKE AID Express zog mit einer derartigen Geschwindigkeit an der Saar entlang, daß sich sogar Rennradfahrer genüsslich in unseren Windschatten gehängt haben.

Michael hat noch eine Ehrenrunde über de Oberlimbo gedreht (es waren heute einfach zu wenig Höhenmeter).

Ingesamt eine schöne Veranstaltung die allen richtig Spaß gemacht hat.
Für BIKE-AID gab es vom Veranstalter 300€ und für uns alle einen Imagegewinn für unseren Sport.


Sportliche Grüsse

Martin